Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …

Buntes Strahlen
Facettenreich

Liebe – Beziehung – Sexualität

Wie man diese drei wundervollen Spielräume nicht vernachlässigt.

 

„Welche Themen würden Euch in einem Blog über Liebe, Beziehung und Sexualität interessieren?“

Diese Frage stellte ich meiner Familie. Mein Sohn, als Ehemann und Vater, wollte wissen wie man diese drei Bereiche nicht einschlafen lässt, bzw. nicht vernachlässigt. Mein Bruder, als Lebenspartner einer selbstbewussten Frau und beziehungserfahren, legte den Fokus auf die Trennungstendenzen von Paaren im 3. und im 7. Beziehungsjahr.

Um sich zu lieben, sich weiter zu entwickeln und eine erfüllende Sexualität zu haben sollte man sich ganz grundlegenden Gegebenheiten bewusst sein.

Den Partner erkennen (ihn so wahrnehmen wie er wirklich ist) kann man erst nach 3 – 5 Jahren. Dieser Zeitraum ist den Entwicklungsphasen einer Partnerschaft geschuldet.

Ein Paar zu sein definiert sich über „Zusammen einen Weg gehen“

Dieser Weg ist die gemeinsame Entwicklung.

 

Euphoriephase – sie wird einem geschenkt

Verlieben kann man nicht tun, bzw. unterlassen – es geschieht.

  • Sie hat mich einfach verzaubert.
  • Er und ich sind wie seelenverwandt.
  • Wir beide zusammen können die ganze Welt erobern.

Diese erste Phase entspricht der menschlichen Entwicklungsstufe vom Neugeborenen und der Mutter.

Wir sehen uns fortwährend tief in die Augen, können nicht genug Körperkontakt bekommen, erahnen was der Andere gerade denkt, will, sich wünscht.

Dies entspricht der Mutter-Säugling Symbiose. Die Mutter spiegelt ihr Baby, ist immer im Gedanken bei ihm, gibt körperliche Wärme und weiß wann das Baby Hunger hat, wann es sich unwohl fühlt und tut alles um das Baby glücklich zu machen.

In der Verliebtheit können wir gegenseitig geben (Mutter) und empfangen (Baby). Dies gibt eine tiefe Befriedigung. Da jedoch noch kein Wissen um die Liebe, die Zuverlässigkeit und dem Vertrauen da ist, kann uns ein falsch verstandener Blick, ein verpasster Anruf oder eine Unstimmigkeit unvermittelt aus der Bahn werfen. Das Baby schreit in Panik, wenn die Mutter nicht sofort kommt, lässt sich jedoch auch schnell wieder beruhigen.

In dieser Phase wird das Fundament für Beziehungsfähigkeit, Selbstwertgefühl und Vertrauen gelegt

 

 

Problemphase –Prüfung der Beziehung

Die Beziehung als Heilungsprozess

  • Früher war ich bei ihm immer an erster Stelle.
  • Ich hab das Gefühl ihr nichts recht machen zu können.
  • Ist das wie wir zusammen leben noch Liebe?

Die Individuations-Seperationsphase hat begonnen – Das Kleinkind lernt Nein zu sagen, nimmt sich als eigenes Individuum wahr und wendet sich nach aussen hin.

Das Paar nimmt sich wieder als eigene Persönlichkeiten wahr. Freundschaften, Hobbies, Sport und Beruf werden wieder wichtig. Nun kommt die Prüfung: Wenn ich aus dem Kreis der Partnerschaft trete, wenn ich nur „Ich-Selbst“ bin, werde ich dann immer noch geliebt?

Die Beziehung ist nun so stabil, dass gegenseitig Salz in die Wunden der beiden Persönlichkeiten gestreut wird. Dies dient nicht dazu sich zu verletzen, sondern verdrängte Schmerzen zuzulassen und somit den Heilungsprozess  (Weiterentwicklung) zu aktivieren.

Schwierig in dieser Phase ist das allgemeine Bild der Liebe. Es ist zu sehr in der Verliebtheit verhaftet sodass diese so wichtige Entwicklung zur Authentizität oft als Rückschritt gesehen wird.

Derjenige der uns am meisten verletzt ist zugleich derjenige, der uns am besten helfen kann

 

 

Tiefenphase – Befreiung der Energie

Tiefe Basis und tiefes Vertrauen in der Beziehung

  • Meine Partnerschaft erfüllt mich in all meiner Weiblichkeit.
  • Meine Partnerschaft ist die Quelle meiner Kraft und mein Ort der Ruhe.
  • Wir sind in uns angekommen und inspirieren uns.

Das Kind erlebt sich als wertvoll, übernimmt Eigenverantwortung, kann Schwäche zeigen und sich einbringen. Es akzeptiert, dass die Mutter nicht für es verantwortlich ist.

Die Partner können sich nun authentisch zeigen und sich gegenseitig so annehmen wie sie sind (ohne Projektionen und zu erfüllende Erwartungen).

Sie haben nun verinnerlicht:

  • Alles was ich mache, tue ich für mich und NICHT gegen meinen Partner.
  • Alles was mein Partner macht, tut er für sich und NICHT gegen mich

 

 

Wie kann ich nun die Beziehung lebendig erhalten?

Mut und Vertrauen haben

  • sich so zu zeigen wie man ist
  • keine Auseinandersetzungen zu scheuen (friedlich wird sonst bald friedhöflich und somit „tödlich“)
  • Probleme als Chance zur persönlichen Weiterentwicklung und Festigung der Partnerschaft begrüßen

Kommunikationsfähigkeit

  • für wichtige Gespräche einen zeitnahen Termin miteinander vereinbaren
  • dem Partner mitteilen wie es einem selber geht und nicht vorwerfen was er falsch macht
  • die Größe haben Schwäche zu zeigen
  • bewusst sein auf welcher Ebene ( Sach-,  Beziehungs-,  Appell- oder Gefühlsebene) man kommuniziert

Achtsamkeit und Aufmerksamkeit schenken

  • Geschenke dienen vor allem dazu sich mit dem wichtigsten Menschen in seinem Leben bewusst auseinander zu setzen. Was gefällt ihm? Was beschäftigt ihn momentan? Was erzählt er mir? Was kann ich zwischen den Zeilen heraushören?
  • Zeit füreinander einplanen und bewusst überlegen wie man SELBST diese miteinander gestalten will.

Freude am Körper und den Sinnen

  • Alle Sinne (sehen – fühlen – riechen – hören – schmecken) einbinden und erkunden

 

SICH SELBST LIEBEN – WERTSCHÄTZEN – ACHTEN – VERZEIHEN – AKZEPTIEREN

 

Warum trennen sich viele Paare nach 3 oder 7 Jahre?

Nach 3 Jahren erkennt man einen Menschen, man kann ihn erfassen. Die Projektionen die man diesem Menschen übergestülpt hat bekommen Risse. Zugleich beginnt die Problemphase und man wird durch den Partner mit seinen eigenen Schatten konfrontiert – bekommt einen Spiegel vorgehalten. Viele scheuen diese Auseinandersetzung (Weiterentwicklung)  mit sich selbst und legen für sich fest, dass es am Partner liegt. So trennt man sich und ist sich sicher, dass beim nächsten Partner alles besser wird.

Frau Zurhorst hat einen bildhaften Vergleich hierfür geschaffen:

Wenn ein Tennisspieler eine schlechte Vorhand hat, kann er den Tennispartner wechseln oder sogar den Tennisplatz, jedoch ändert er nichts daran, dass er eine schlechte Vorhand spielt. Über diese wird er auch wieder mit dem neuen Tennispartner oder auf dem neuen Tennisplatz stolpern. Will er wirklich besser Tennis spielen muss er sich damit auseinander setzen.

Nach 7 Jahren geschehen zwei Dinge:

  • Das Paar hat die 3 Jahres Chance nicht wahrgenommen und mit allen möglichen Aktivitäten übertüncht (Beruf – Kinder – Hausbau) und sind in der „Friedhöflichkeit“ angelangt. Dieses Arrangement ist so starr und undurchsichtig, dass viele nur in der Flucht einen Ausweg aus dieser Lebenssituation sehen.
  • Für das Paar beginnt ein neuer Entwicklungszyklus. Der Mensch lebt ein Leben lang in einer Evolution. Das bedeutet, wenn er sich weiterentwickelt hat, steht die nächste Stufe an. Nun hat das Paar zu entscheiden, ob sie für diesen Schritt die richtigen Weggefährten sind oder nicht. Auch hier ist es sehr wichtig authentisch und offen zu sein, damit jeder für sich seinen Weg findet.

 

 

Damit Sie dies nicht als Bedrohung sehen, sondern als Chance begreifen:

Mein Sohn hat vor einer beruflichen Veränderung gefragt weshalb sich immer alles ändern muss, vor allem wenn es gerade passt.

Ich erklärte es ihm anhand seines Sohnes. Mein Enkelsohn war knapp zwei Jahre alt. Ein perfektes Alter. Er kann laufen, selbst essen, sich bereits verbal mitteilen. Den ganzen Tag kümmert sich seine wundervolle Mutter um ihn, gibt ihm Essen, Getränke, Liebe, Wärme, Trost und kümmert sich um seine Körperpflege. Er bestimmt weitgehend seinen Tagesrhythmus (schlafen, essen, spielen,…) selbst. Warum sollte er sich und jedes andere Kind in seinem Alter weiterentwickeln? Wann je in seinem Leben kann man so leben, ohne finanziellen Druck, berufliche Herausforderungen, Kleinkinder für die man in der Nacht aufstehen muss, Hausarbeit, usw.? In jedem Menschen ist die Evolution über Jahrtausende von Jahren verankert. Keiner kann sich dem verwehren. Im Erwachsenenalter ist es einem leider nicht mehr so bewusst, da die Entwicklungsschritte nicht mehr so sichtbar sind wie in den Jahren bis zum Erwachsensein. Nun geht es um innere, nicht offensichtliche Entwicklung des einzelnen Menschen.

Machen Sie sich dies bewusst und freuen Sie sich auf die Chancen, die Ihr Leben für Sie bereit hält.

Herzlichst

Ihre Gabriele Braun